KLASSENGESELLSCHAFT UND SONNTAGSLEKTÜRE

September 3, 2008

genau wie harry rosenbaum, fleissigster schreiber auf saitens ostblog, hab auch ich mir, zur vorbereitung, mich ab dem 15. seoptember wieder in eine bildungsgesellschaft einzugliedern, die nzz am sonntag zur förderung des intellekts und zur abhebung vom sonntagsblick-käufer neben mir am avec-kassentisch, gekauft. schaisslanger satz, i’m sorry.

ich liebe es aufmerksam konzeopt und inhalt eines blattes über mich ergehenzulassen und dabei ein wenig darüber zu schnöden und meckern. und wenns dann noch ein paar parallelen oder kontroversen zu anderem gedruckten gibt und ich sie bemerk ist der tag schon mehr als gerettet und so war der blogpost schon beinah voraussehbar nur das ich bis nun noch keine zeit fand es auch tatsach zu tun. als ich aber nun den post von eben jenem harry rosenbaum gesehen hab und er ebenfalls über die nzz und ihr „die bahn führt das klassensystem neu ein“-aufmacher schnödet muss ichs nun erst recht tun denn ich war bestimmt zuerst mit der idee es zu tun. punkt. drum hier:

ich breit mir das überformat irgendwie möglich über die beine und mein postautomitfahrer
muss zwangsloifig sich an meiner lektüre beteiligen, anders geht es nicht. es weht in mew orleans und amerikas kandidat nummer zwei schnapppt sich kurzerhand eine unbekant als vizepresidentin. doch die nzz am sonntag befördert schuhe-vom-sitz-runter und lautes-abspielen-von-musik-verboten als titelgeschichte. bravo. überfüllte wagen, zuwenig platz und vorallem der zweit-klassen-löser in der ersten stehend. was gibt es morgen übleres als das. die sbb erinnern daran dass nur in der ersten klasse fahren darf wer ein erstklass billet hat. wortwörtlich so. es soll weniger oft vorkommen dass sich bahnreisende mit zweitklassbilleten in der ersten aufhalten ohne den aufpresi zu bezahlen. ich hab letzhin einen bekannten getroffen der für eine weiterbildung nach zürich irgendwo ausserhalb fahren musst und beim umsteigen am hb in die 1klass der s-bahn einstieg und nicht aufpreis sondern busse zahlte weil er das billett der 2. hatte.
radikale umsetzung an den bahnfronten. dazu sind nette piktogramme entwickelt worden um den proleten aus der 2. klasse daraufhinzuweise was er zu tun und lassen hat. so ist s sicherer denn vielleicht ist in dieser schicht tatsach der analphabet weiter verbreitet als erwaertet, wie harry rosenbaum überlegt vermutet. keine beschädigung, keine schuhe auf dem sitz, keine musik. aber massenhaft bonzen an den iphones und kommunikatoren lauthals über kurse und deals am fachsimplen. train-uppperklass. reizend.

des tagesanzeigers kommentar auf den nzz-artikel online hat übrigens 265 kommentar reaktionen. und zwar nicht etwa kurzes gefluche. das gäb wörter für mehrere romane her:

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/story/10587824

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