(ARCHITEKTUR)-KOLUMNE: WOHNEN IM BLOCK

August 4, 2008

Nun, man kommt nicht häufig dazu über sein eigenes daheim kolumnen zu schreiben. aber wenn man am ausziehen ist und sich tag für tag mit seinem daheim beschäftigt (um es mal positiv auszudrücken), dann schreit es sozusagen nach einer kolumne. nach kritik und nach politik.

zuerst zur politik: in zürich wohnen wollen ist, unpolitisch ausgedrückt, eine hundsmiserable idee. entweder man hat anwälte als eltern die sagen die wg seines sohnes sei eignetlich eine anwaltskanzlei (es gibt davon ganz viele in zürich), oder man kennt die richtigen leute, am besten paar angesehene anwälte.ansonsten schreibt man mal paar dutzend bewerbungen, bekommt von nirgens auch nur eine antwort (weder auszug au betreibungsregister, noch unterschrift der eltern bringt was) und gibt auf. übrig bleibt sich in schlieren oder effretikon oder kloten oder winterthur weiter zu bewerben. wir hatten glück und fanden ein steffanini haus, deren verwaltung den benj lustig gefunden hat und gemeint hat, ja ihr könnt die wohnung haben. also blind unterschrieben, und letzte woche zum ersten mal sein zukünftiges daheim beschaut:

im internet hiess se altbauwohnung. es gibt noch viel zu lernen, aber altbau mit block und palttenbau gleichzusetzen :?!:-(. auf jeden fall war das der erste blick auf die wohnung. einzig bemerkenswert fanden wir die fenster auf der stirnseite. als hätte sich dabei sogar jemand was überlegt… schön, und speziell und fast modern. sozusagen architektur in keinen klammern.

der erste fuss nach innen war dann sehr wohltuend. es war gross und die stube schön mit parkett die wcs mit schwarzen plättli, sogar ein cheminee gibts. einzig die küche recht grusig, aber eben halt 50er jahre. die böden sonst recht grauenhaft, sodass die migros paar franken reicher und wir paar parktetter schwerer beladen sind. jetzt wirds fast heimelig. mit kinok plakat und tisch von benjs grossmami. mit roter platte und passend auch recht alt.

wer das ganze in reality sehen will ist sehr herzlich willkommen an der wurmbühlstrasse 16 in winti. es gibt dann auch ein grosses einweihungsfest, am 12. oder 13. september. ps: nochmal schnell zur potilik: in zürich gibts eine wachsende antiwohnungsnot-bewegung. deren kern aktivität es ist, an die wohnungsbesichtigungen der bonzigen wohnungen zu gehen (bis 10000 franken kosten die pro monat) uund dort den schicken weisswein wegzutrinken und ein party zu schmeissen…

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Eine Antwort to “(ARCHITEKTUR)-KOLUMNE: WOHNEN IM BLOCK”

  1. yourlapdog Says:

    und ja genau, was die woz dazu meint :-):
    Paris als Vorbild
    Die Livit-Angestellten befinden sich plötzlich mitten in der ersten Fette-Mieten-Party (FMP) Zürichs. FMPs funktionieren nach dem Vorbild der Anti-Wohnungsnot-Partys «jeudi noir» in Paris: Ausgerüstet mit Sekt, Sound und schönen Kleidern mischt man sich an offiziellen Besichtigungsterminen für Wohnungen, die monatlich mehrere Tausend Franken kosten, unters Publikum. Ein gewaltloser Protest gegen die Abzockerei im Wohnungsmarkt, in Zürich initiiert von den Leuten hinter http://www.stadt-wohnen.ch, ein Internetportal für kritische wohn- und stadtpolitische Debatten. «Das sind jetzt nicht die superkrass überteuerten Wohnungen», sagen die FMP-Veranstalter zur Überbauung Frauentalweg, «aber immerhin liegen sie rund fünfzig Prozent über dem Durchschnitt der quartierüblichen Mietpreise.»
    Eine Ausnahme? Nein. Auf dem grössten Schweizer Internet-Wohnungsanzeiger Homegate waren für Zürich am 1. April 2008 nur gerade dreizehn 4- und 5-Zimmer-Wohnungen unter 2000 Franken ausgeschrieben – und 31 Wohnungen, für die monatlich mehr als 4000 Franken verlangt wird. 12 500 Franken Monatsmiete kostet die teuerste.
    Das ist Zürich. Die Stadt, in der das Mietrecht nicht mehr greift. Oder wie Walter Angst vom Mieterverband Zürich sagt: «Der verfassungsmässige Schutz vor missbräuchlichen Mieten ist in den zentrumsnahen Gebieten der Stadt infrage gestellt. Der Wohnungsmarkt ist total aus den Fugen.»


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